Ross­kastanie

Rosskastanien (Aesculus) gehören der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) an und bilden eine eigene Pflanzengattung neben den Kastanien. Der gleiche Name kommt nur von optischen Ähnlichkeiten, nicht aber botanischen. Rosskastanien umfassen etwa zwölf verschiedene Arten, die in nördlichen, gemäßigten Klimazonen heimisch sind.

Eigenschaften der Rosskastanie

Alle Rosskastanien sind Laubbäume und sommergrün. Wie auch die Edel-, bzw. Esskastanie, bilden Rosskastanien Früchte aus, die in einer kahlen oder behaarten Kapsel versteckt sind und im Herbst reif werden. Diese können, anders als die Früchte der Edelkastanie, von Tieren gefressen werden. Der Stamm ist meist kurz und drehwüchsig, die Krone hingehend ausladend und dicht.
Besonders auffällig ist die Blütenpracht der Rosskastanie. Um die 100 Einzelblüten ergeben zusammen 20-30cm großen Blütenripsen, die vom Aussehen an Kerzen erinnern.
Die Blüten der Gewöhnlichen Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) erstrahlen in Weiß bis Gelb, wogegen die bei uns mittlerweile immer öfter gepflanzte Rotblühende Rosskastanie (Aesculus x carnea) rosa bis pink erblüht.

Größe der Rosskastanie

Bis zu 30 Metern kann die Rosskastanie hoch werden und dabei einen Stammdurchmesser von etwa 90 Zentimetern erreichen.

Alter der Rosskastanie

Die Rosskastanie kann bis zu 300 Jahre alt werden. Ab ungefähr 15 Jahren ist die Rosskastanie mannbar. Das bedeutet, dass sie ab diesem Zeitpunkt regelmäßig Früchte trägt.

Vorkommen der Rosskastanie in Deutschland

Besonders geschätzt ist die Rosskastanie in Deutschland als Park- oder Alleebaum. Ursprünglich stammt sie aber aus dem östlichen Balkan und wurde vermutlich erst im 16. Jahrhundert nach Mitteleuropa gebracht. Seitdem wird sie hier gepflanzt und erfreut sich großer Beliebtheit.
Leider sterben seit einigen Jahren immer mehr Rosskastanien. Schuld daran tragen zwei Faktoren, die Miniermotte und ein Bakterium namens Pseudomonas. Die Miniermotten fressen mit Vorliebe die Blätter der weißen Rosskastanie, was noch nicht zum Absterben des Baumes führt. Doch die Schwächung durch die Motte macht den Baum anfälliger für das Bakterium. Dieses befällt die Rinde, wodurch eine zusätzliche Schwächung und Eintrittspforten für weitere holzzersetzende Pilze entstehen.

Blattform der Rosskastanie

Die länglichen Blätter können bis zu 25cm lang werden und sind fünf- bis siebenfach gefiedert. An ihrer Unterseite sind sie leicht filzig. Häufig wird die Form auch als fingerförmig beschrieben. Die Blattstiele können bis zu 20 Zentimetern lang werden.

Wurzelwerk der Rosskastanie

Rosskastanien gehören zu den Flachwurzlern. Dabei breiten sich die Wurzeln unter der Oberfläche tellerförmig aus, bis zu 15 Metern in die Breite und acht Meter in die Tiefe.

Klimagerechte Stadtbäume

Für die Rosskastanie sieht die Prognose schlecht aus. Momentan ist sie nach wie vor ein beliebter Stadtbaum, doch als exotischer Baum hat sie bereits mit Schädlingen zu kämpfen.
Weitere Belastungen durch klimatische Veränderungen wie Hitze- und Trockenperioden machen den Baum nur noch anfälliger für Krankheiten und Parasiten. Eine absehbare Lösung ist im Moment leider noch nicht in Sicht.

Anekdoten, Geschichte oder mythologische Bedeutung der Rosskastanie

Manche Naturheiler empfehlen das Tragen einer Edelkastanie in der Tasche bei langen Wanderungen, Radtouren oder Ausritten, da sie dem „Wolf“ also dem Scheuern der Kleidung auf der Haut vorbeugen sollen. Esoteriker schreiben den Bäumen eine beruhigende und nervenstärkende Wirkung zu und empfehlen Baum-Umarmungen, um sich zu erden.
Der Name der Rosskastanie kommt aus der Tiermedizin, da die Samen des Baumes als Pferdefutter genutzt wurden und auch gegen Pferdehusten wirken sollen. Doch auch für den Menschen können Extrakte aus der Rosskastanie heilend und entzündungshemmend wirken.
Nicht zu vergessen die Bedeutung der Kastanienfrüchte im Herbst, die gerne als Dekoration in Innenräumen verwendet werden oder aus denen Kinder Figuren basteln.
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